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Freitag - 15.09.2006 - Stories & Reportagen

Dem Purpurhuhn auf der Spur
Eine naturkundliche Bootstour durch die Ria Formosa

Bootsanleger Praia de Faro, viertel vor zehn morgens. Ich gehöre zu den Ersten, die am Ausgangspunkt für unseren heutigen Bootsausflug durch die Ria Formosa, veranstaltet von der Firma Lands Natur- tourismus, eintreffen. Die Gäste ohne Auto wurden vom Hotel abgeholt und kommen wenig später mit dem Minibus an. Insgesamt besteht unsere Gruppe aus acht Erwachsenen und einem Kind, Deutsche und Österreicher. Unsere Reiseleiterin ist die Deutsche Ricarda, von Haus aus Meeresbiologin, aber inzwischen auch Expertin in Sachen Volgel- und Pflanzen- welt der Algarve.



Bootsanleger Praia de Faro


Während Ricarda noch Wasserflaschen an die Teilnehmer verteilt, trifft bereits unser kleines Boot ein. Es ist ein typisch algarvisches Fischerboot, frisch restauriert und in den traditionellen, leuchtenden Farben, die bereits seit Generationen verwendet werden, gestrichen. Unser Bootsführer und Mann am Außenbordmotor heißt Paulo.
Er hilft den Gästen beim Einsteigen und kurze Zeit später schippern wir auch schon in Richtung Westen davon.



Abfahrt



Unser Fahrtgebiet zwischen Praia de Faro und Barrinha


Draußen auf dem Wasser herrscht zum Glück eine leichte Brise, denn obwohl es noch früh am Vormittag ist, brennt die Sonne auf unserer Haut. Es verspricht wieder ein sehr heißer Tag zu werden. Also noch schnell ein paar Spritzer Sonnenmilch auf Nase und Schultern.



Reiseleiterin Ricarda


Jeder Teilnehmer erhält von Ricarda ein Fernglas. Eifrig beobachten wir das Ufer auf der Suche nach Vögeln, vorerst jedoch ohne Erfolg. Es herrscht gerade Flut und viele der Sandbänke, die den Vögeln als Rast- und Futter- plätze dienen, stehen unter Wasser. Mit Einsetzen der Ebbe werden die Vögel jedoch zurückkehren. Erfahrene Vogelbeobachter wissen: Geduld und Ausdauer sind un- erläßliche Voraussetzungen, um zum Erfolg zu gelangen. Also hoffen wir auf den Rückweg und setzten gut gelaunt unsere Fahrt in Richtung "Ilha Barreta", auch als "Ilha Deserta" bekannt, fort. Es ist die einzige der Inseln in der Ria Formosa, die völlig unbewohnt ist, daher der Name
"Öde Insel".

Während wir an den zum Teil recht bescheidenen Hütten der Fischer, die vielfach nur per Boot zu erreichen sind, vorbeiziehen, gibt uns Ricarda einige Informationen zum Naturpark Ria Formosa. Wir erfahren, daß der Name übersetzt soviel wie "Schönes Haff" bedeutet und der Park offiziell am 9. Dezember 1987 eingerichtet wurde. Er er-streckt sich über eine Länge von 60 km entlang der Küste der Ostalgarve (Sotavento) zwischen Ancão und Manta Rota. Die Gesamtfläche beträgt 18.400 Hektar. Der größte Teil dieses Gebietes wird von den Barriereinseln der Ria Formosa eingenommen, einem Gürtel aus Küstendünen, der fast parallel zum Festland verläuft. Dazu gehören neben Barreta die Inseln Culatra, Armona, Tavira und Cabanas. Sie bieten einen natürlichen Schutz für die dahinter liegende seichte Warmwasserlagune mit ihrem Labyrinth aus Salzwiesen, Kanälen, Wattflächen und Sandbänken.



Fischerhütten


Die Ria Formosa ist aufgrund ihrer natürlichen Gegeben-heiten und der geographischen Lage ein Paradies für einheimische Wasservögel sowie Zugvögel der ver-schiedensten Art. So dient sie beispielsweise als Überwinterungsplatz für Vögel aus Nord- und Zentral- europa, insbesondere für einige Entenarten wie die Pfeifente, die Löffelente, die Krickente und die Tafelente. Aber auch Wattvögel wie der Alpenstrandläufer, die Pfuhlschnepfe und der Kiebitzregenpfeifer verbringen hier die Wintermonate. Krickente? Alpenstrandläufer? Pfuhlschnepfe? Meine Gedanken schweifen einen kurzen Moment lang ab. Wer sich wohl diese merkwürdigen Namen aus- gedacht hat? Und was bitte schön haben denn bloß die Alpen mit dem Strand zu tun?



Krickente



Löffelente



Pfeifente



Tafelente



Alpenstrandläufer



Kiebitzregenpfeifer


Darüber hinaus stellt die Ria Formosa einen wichtigen Rastplatz für Zugvögel auf ihrer Route zwischen Nord- europa und Afrika dar, sagt Ricarda gerade. Außerdem bietet sie einen idealen Lebensraum für in Portugal seltene Arten wie das Pupurhuhn, das im Gebiet der Quinta do Lago seinen einzigen nachgewiesenen Brutplatz im Land hat. Deshalb wurde das Purpurhuhn auch zum Symbol des Parks gewählt. Last but not least stellt die Ria Formosa Brut- plätze für Arten bereit, deren Lebensräume in Gesamt- europa bedroht sind. Aufgrund seiner Wichtigkeit für die Vogelwelt wurde der Naturpark Ria Formosa bereits in die Liste der Feuchtgebiete internationaler Bedeutung (Ramsar Konvention) aufgenommen.



Purpurhuhn


Zwar haben wir noch immer keinen der genannten Vögel gesichtet, stellen aber bald fest, daß die Ria Formosa offenbar auch ein idealer Beobachtungsplatz für Liebhaber völlig anderer "Vögel" ist. Die Einflugschneise des Flug- hafens Faro befindet sich direkt über uns, und so ziehen zahlreiche Jets über unsere Köpfe hinweg und scheinen fast zum Greifen nah. Ob sich denn die Vögel vom ständigen Fluglärm nicht gestört fühlten, fragt mein österreichischer Nachbar. Und die Vogelschwärme stellten doch auch eine Gefahr für die Flugzeuge dar, bemerkt der Mann mit der Baseballkappe, der ganz hinten im Heck sitzt. Doch Ricarda kann uns beruhigen, bisher seien am Flug- hafen keinerlei Zwischenfälle mit irgend welchen Vögeln bekannt geworden. Und auch die Vögel hätten sich offen- bar an den Flugbetrieb gewöhnt und nähmen keine Notiz davon. Eine perfekte Symbiose des 21. Jahrhunderts, denke ich.



Blick auf die Hauptstadt Faro


Links von uns ragen in regelmäßigen Abständen Holzpfähle ca. 20 - 25 cm hoch aus dem Wasser. Hier werden Muscheln gezüchtet. Insgesamt gibt es in der Ria Formosa 300 verschiedene Muschelarten. Wieviele davon kenne ich? Sechs oder acht, vielleicht sogar zehn? Die Zucht von Schalentieren nimmt insgesamt mehr als 1.000 Hektar der Fläche der Ria Formosa ein und stellt somit einen be- deutenden Broterwerb für die hier lebenden 7.500 Menschen dar. Fast 80% des portugiesischen Schalentier- exportes kommen aus der Ria Formosa. Weitere wichtige Erwerbszweige für die Bewohner der Lagune sind der Fischfang, die Fischzucht und die Salzgewinnung.

Apropos Fische, viele Meerestiere wie die Goldbrasse, die Weißbrasse, der Wolfsbarsch und die Furchengarnele verbringen in der Ria Formosa ihre ersten Lebensstadien, weshalb man von der Lagune auch gerne als "Kinderstube" spricht.

Gerade kommt die "Ilha Deserta" in Sicht. Leicht nervös drehe ich an dem Rädchen meines Fernglases herum, um ein scharfes Bild zu bekommen. Sonnenbrille ab, Sonnen- brille wieder auf. Noch immer lassen sich keine Vögel blicken, dafür aber mehrere Kitesurfer, die in ihren Neo- prenanzügen und mit ihren bunten Schirmen ästhetisch über die Wellen gleiten. Gerade noch winkt uns einer von ihnen freundlich zu, da plumpst er auch schon recht unsanft aufs Wasser. No wind no fun!

Kurz vor der "Ilha Deserta" steuert Paulo das Boot nach rechts in Richtung auf das offene Meer hinaus. In der "Barrinha", wie man diese Öffnung nennt, wird der Wellengang plötzlich erheblich stärker. Dicke, weiße Schaumkronen rollen uns entgegen und lassen das Boot leicht auf und ab wippen. Der ein oder andere Wellen- ausläufer spritzt über den Bug. Achtung, Kameras und Ferngläser schützen! Einige Teilnehmer werden bereits etwas unruhig, aber keine Angst, bevor jemand seekrank werden kann, wendet Paulo auch schon das Boot und bereitet das Anlegemanöver an der äußersten Spitze der "Ilha de Faro" vor. Alle Mann von Bord! Schuhe aus und die Füße in den feinkörnigen, weißen Sand gesteckt.



Anlegemanöver am Strand


Wir haben eine halbe Stunde Zeit für einen Spaziergang durch die Dünen, zum Schwimmen und natürlich zum Muschelnsammeln. Hier gibt es Tausende: kleine und große, runde und längliche, schlichte und gemusterte, dünn- und dickschalige. Letztere seien ausgezeichnet als Aschen- becher geeignet, wie einer der Gäste bemerkt. Auch buntschillernde Austernschalen lassen sich finden. Ich gebe mich mit einigen wenigen, besonders schönen Exemplaren für meine Sammlung zufrieden, während die Familie mit den Baseballkappen diese in kurzer Zeit bis an den Rand auffüllt und daran sichtlich zu schleppen hat. "Wollen Sie die alle mit nach Deutschland nehmen?", frage ich ungläubig. "Nein, nein, die werden später im Hotel noch aussortiert.", kommt die Antwort.



Muschelvielfalt


Ich schlendere am Wasser entlang und genieße das Urlaubsfeeling, während mir Paulo von seinem Leben als Fährunternehmer erzählt. Insgesamt besitzt er sieben kleine Boote, mit denen er organisierte und private Fahrten durch die Ria Formosa unternimmt. Ab und zu setzt er auch schonmal ein Pärchen für ein romantisches Picknick am Strand ab. "Die Geschäfte gehen ganz gut", läßt er mich augenzwinkernd wissen. Ja, ich verstehe, er genießt seine Freiheit und die Natur. Streß kennt er keinen.



Dünenspaziergang


Damit wir unseren Rückweg antreten können, muß Paulo das blau-weiß gestreifte T-Shirt ausziehen und einige Züge zum Boot schwimmen, um den Anker zu lichten. Dann ziehen wir mit vereinten Kräften das Boot an den Strand und können einsteigen. Die mitgebrachten Wasserflaschen werden nun schnell geleert, obwohl deren Inhalt nicht mehr ganz kalt ist. Wir schmecken das Salz auf unseren Lippen.



Blick aufs Ufer


Nach wenigen Minuten ruft jemand plötzlich "Störche!". Wir schauen zum Himmel. Direkt über unseren Köpfen segelt ein ganzer Vogelschwarm elegant dahin. "Sim, cegonhas", bestätigt Paulo auf portugiesisch. Gleich darauf entdecken wir am Ufer noch zahlreiche weitere Adebars. Unter ihnen haben sich zwei, nein drei Graureiher versteckt. Sie stehen völlig unbeweglich da, so als hätten sie Angst, ihre Camouflage könnte jeden Moment auffliegen. Aber Ricardas geschultem Auge entgeht so leicht nichts. Auf einen kleinen Insel, die die Ebbe mittlerweile freigelegt hat, entdeckt sie eine Pfuhlschnepfe und einen Austernfischer, die mit ihren langen Schnäbeln im Watt nach Futter suchen. Ein Steinwälzer ist ebenfalls auf Nahrungssuche. Hier gilt "nomen est omen", denn er hat einen relativ kurzen Schnabel mit dem er kleine Steine umdreht, in der Hoffnung darunter einen Leckerbissen zu finden.



Weißstorch



Graureiher



Großer Brachvogel



Austernfischer



Steinwälzer


Wir passieren den Ponton an unserem Ausgangspunkt und fahren noch ein Stückchen in Richtung Quinta do Lago weiter, eines der exklusivsten und teuersten Urlaubsresorts Europas. Hier säumen keine einfachen Hütten das Ufer, sondern prächtige, elegante Villen. Nachdem wir zum letzten Mal gewendet haben, erzählt uns Ricarda noch etwas über die Salzgewinnung in der Ria Formosa. Neben dem traditionellen Meersalz wird hier auch die sogenannte Salzblume (Flor de Sal) gewonnen, ein besonders hoch- wertiges, an Spurenelementen reiches Speisesalz, das hauptsächlich in der Feinschmeckerküche Anwendung findet und von Sterne-Köchen in aller Welt geschätzt wird.



Salzgewinnung in der Ria Formosa



Salzwerker bei der Arbeit


Nach knapp drei Stunden sind wir schließlich zurück am Bootsanleger. Eigentlich könnte ich noch stundenlang weiter fahren, aber angesichts des leichten Rottons, den meine Haut inzwischen trotz Sonnenschutz angenommen hat, wird es Zeit, daß ich in den Schatten komme. Ich werde irgendwann noch einmal wiederkommen, um die rosafarbenen Flamingos, von denen Paulo erzählt hat, zu bewundern. Zum Abschluß erhält jeder Teilnehmer von Ricarda ein Faltblatt mit weiteren Informationen zum Naturpark Ria Formosa sowie eine Postkartensammlung, die einige typische Vogelarten der Lagune zeigt. Der Abschied fällt herzlich aus, bevor die Teilnehmer wieder ihre eigenen Wege gehen.



Flamingo


Weitere, im Naturpark Ria Formosa anzutreffende Vogelarten:



Bläßhuhn



Säbelschnäbler



Schafstelze



Stelzenläufer



Teichhuhn



Zwergseeschwalben



Zwergtaucher


Fazit: Diese ein wenig aus dem üblichen Rahmen fallende Bootsfahrt eignet sich für alle, die ein allgemeines Interesse an der Natur haben und ein anderes Stück Algarve abseits der Strände kennenlernen möchten. Dafür braucht man nicht unbedingt ausgewiesener Ornitologe zu sein. Aufge-schlossenheit und Freude an der Schönheit der Natur reichen durchaus aus, um diesen Ausflug zu genießen und als eine unvergeßliche Urlaubserinnerung mit nach Hause zu nehmen. Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei Ricarda Knuth, Tel. 00 351 - 91 430 68 91 oder E-mail: rknuth@lands.pt


 

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