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Dienstag - 03.12.2013

Portugiesische Vorweihnachtszeit
So begeht Portugal den Advent

In Portugal steht das Weihnachtsfest auch heute noch unter einem christlichen Stern. Auf der iberischen Halbinsel schenkt das Volk den christlichen Traditionen und vor allem der Weihnachtszeit große Bedeutung, obwohl Portugal und auch Spanien lange Zeit unter islamischem Einfluss standen. In einer Region, deren Glauben trotz vermehrter Kirchenaustritte als früher stark im Katholizismus verwurzelt ist, in der die Bevölkerung wegen der finanziellen Schwierigkeiten oftmals fern jeder Hoffnung ist, feiern die Menschen das Fest Christi Geburt mit großer Hingabe.


Weihnachtliche Innenstadt in Portugal


Auch wenn die Adventssonntage und auch der Nikolaustag in Portugal nicht gesondert gefeiert werden, beginnt das Land alljährlich Anfang Dezember mit den Vorbereitungen zum Weihnachtsfest. In dieser Zeit schmücken die Portugiesen ihre Häuser und Kirchen traditionsgemäß mit festlichen Lichtern und bringen weihnachtliche Dekorationen an, Kerzen werden ins Fenster und in die Türen gestellt, um dem Christkind, so der Volksglaube, seinen Weg zu beleuchten. Ihren Abschluss findet diese Festzeit erst am 6. Januar des darauffolgenden Jahres, dem Dia de Reis, dem Tag der Heiligen Drei Könige.



Steht in der Finanzkrise leider nicht in Lissabon:
Der gigantische Weihnachtsbaum auf der Praça do Comércio 2009


Portugal im weihnachtlichen Glanz
Die Innenstädte, Allen und bekannten Plätze der großen Städte, darunter natürlich Lissabon und Porto, aber auch Coimbra, Setúbal und Funchal auf Madeira sowie der großen Städte der Algarve erstrahlen mit dem Beginn der Adventszeit im bunten Weihnachtsschmuck. Auch kleinere Ortschaften und Dörfer bemühen sich, trotz aktuell leerer Kassen, mit weihnachtlicher Straßenbeleuchtung die dunkle Winterzeit zu festlich zu erhellen. In den Hauptstraßen und auf den Plätzen der Stadtzentren sieht man Holzbögen, die zwischen den Häusern aufgespannt sind, umgeben von Sternen, Glocken, Engeln und Krippen. Überall erstrahlen Leuchten und bunte Lampen, sie erhellen mit besonderer Note die markanten Gebäude, Statuen, Denkmäler und Bäume. Die Bewohner der kleineren Straßen selbst schmücken Palmen, Laternen, Mauern und Zäune mit glitzernden Kugeln und Lichterketten, während in den Fußgängerzonen von den Anwohnern und Geschäftsleuten Lichterschmuck mit Weihnachtsmotiven, geschmückt von weißen Eiskristallen und Weihnachtssternen, angebracht wird.



Schaufensterdekoration im Dezember


Die portugiesische Kirche, die sich ihrer Schwierigkeiten bewusst ist, bemüht sich auch in Krisenzeiten, den Menschen die Bedeutung des Fests der Liebe zu vermitteln. Meist in den kleineren Städten und Dörfern übernehmen das Kirchengebäude und der zugehörige Kirchplatz die Funktion eines öffentlichen Marktes mit Darstellungen der Weihnachtsgeschichte. Abhängig von den finanziellen Mitteln der Gemeinde werden mehr oder weniger beeindruckende Weihnachtskrippen (Presépios) in und vor den Kirchen aufgestellt. Wie überall auf der Welt sind die wichtigsten Figuren der Krippen das Jesuskind sowie die Jungfrau Maria und der heilige Josef. Hinzu gesellen sich die Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland, die heiligen drei Könige, die einer großen Verehrung unterliegen, sowie verschiedene Gestalten aus dem typisch ländlichen portugiesischen Leben. Die Figuren, zumeist aus Keramik, Ton oder Holz gefertigt, stellen ähnlich den "Santons" aus der Provence in Frankreich vertraute Mitmenschen dar: die Bäuerinnen während ihrer täglichen Arbeit, den Bäcker beim Brotbacken, die Bauern auf ihren Feldern.

Alle stehen sie inmitten einer der wahren Natur und Landschaft nachempfundenen Umgebung, nahezu realistisch und mit viel Liebe zum Detail angeordnet auf Steine, Wiesenstücken und Moos, welches den Stall der Krippe umgibt. Wie in einer Modellbahnlandschaft finden sich kleine Weiher, Wehre und Bäche, an denen Haustiere herumtollen und Schafe und Ziegen weiden. Kuh und Esel geben acht aufs Jesuskind, ein Hund schaut auf zu seinem Hirten, der Hahn begrüßt vom Dach der Krippe die drei Weisen. Jeder Ort bringt seine eigenen Vorlieben ein, mit eigenem Lokalkolorit und entsprechend der tatsächlichen Umgebung der Region.

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Katgorie: Kultur Allgemein
Geschrieben von: Algarve Live (news@algarve-live.de)