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ALGARVE LIVE ORTE
Tavira
Tavira ist eine der ältesten Städte
der Algarve und bleibt auch in den Monaten der Hochsaison recht
ruhig. Man erreicht das Städtchen am Rio Gilão von Faro oder Olhão aus
kommend über die Autobahn A22/IP1 oder über die E.N.125. Tavira ist bekannt
für seine mindestens
15 Kirchen und 6 Kloster, von denen die meisten aus
dem 16. Jahrhundert stammen.

Blick von der Brücke Dom Manuel I
auf den Gilão
Der Fluss teilt die Stadt in zwei
Hälften, im Zentrum verbunden durch eine siebenbögige römische
Brücke, die Ponte Romana. Einige der Häuser direkt am Flussufer
vermitteln einen Hauch von Venedig. Schon die Römer nutzten das
damalige Tabira als Handelsstützpunkt, dessen Salzgewinnung aus
den der Stadt vorgelagerten Salzgärten beträchtliche Gewinne
einbrachte. Neben Silves und Faro war Tavira unter den Mauren ein
Wirtschaftszentrum. Die wichtigste Zeit war das 16. Jahrhundert,
damals war Tavira die sechstgrößte Stadt Portugals. Nach dem
Verlust der Stellung des Hafens an Sevilla erhielt Tavira seinen
nächsten wirtschaftlichen Aufschwung im letzten Jahrhundert durch
den Fischfang. In den 70er Jahren aber wurden die letzten
Fisch-Konservenfabriken aufgrund der ausbleibenden
Thunfischschwärme geschlossen.

 
Stadtleben am Rio Gilão, oben: die
römische Brücke
Wer sich heute durch das Zentrum von
Tavira bewegt, wird die sehenswerten Patrizierhäuser aus den
reicheren Zeiten bemerken. Zu den schönsten Renaissance-Kirchen
der gesamten Algarve zählt die Igreja de Misericórdia aus dem
Jahre 1541 (Nähe Tourist Office, hier auch nach dem Schlüssel
fragen).
Die möglicherweise schönste Kirche
Taviras liegt unterhalb der Burgruine mit seiner schönen
Gartenanlage: Die Igreja do Santiago, umgestaltet aus einer
Moschee, beeindruckt mit ihren vielen verschachtelten Dächern und
gekalkten Wänden.


Am 1.Mai lohnt es sich, mit dem Auto
oder Fahrrad die Nationalstraße 125 zwischen Olhão und Livramento
und die angrenzenden Orte abzufahren: in einer alten Tradition
werden liebevoll gestaltete lebensgroße Strohpuppen zu Gruppen -
mit kleinen Gedichten um den Hals - an die Gärten und Straßenecken
dekoriert. Die Texte beziehen sich oft auf soziale und
gesellschaftliche Probleme des Alltags. Diese Tradition wurde auch
in der Zeit der Diktatur beibehalten und war eine Form des
Widerstandes.
An diesem Tag kommt man auf der E.N.125 nur im Schritttempo voran, da viele Besucher - auch aus den
großen Städten des Nordens - sich dieses Spektakel nicht entgehen
lassen wollen.


ALGARVE LIVE ORTE
In der Umgebung
Santa Lucia
Im Westen Taviras, direkt an der Wasserrinne zwischen der Sandinsel
Ilha de Tavira und dem Festland, hatten schon die Römer in Balsa, heute
Santa Luzia, gesiedelt. Die Uferpromenade Avenida Engenheiro Duarte
Pacheco mit ihrem breiten Bürgersteig lädt zu Spaziergängen entlang des
Wassers ein, auf dem wie eh und je Fischerboote dümpeln. Beeindruckend
sind die verschiedenen Wasser-stände sowie das ein- oder abfließende
Wasser beim Wechsel von Ebbe und Flut. Nördlich des Städtchens sind, in
lockerer Bebauung, Ferienhausanlagen entstanden. Ans offene Meer gelangt
man per Überfahrt mit dem Fischerboot oder zu Fuß bzw. der Bahn ab
Pedras d'el Rei.

Santa Luzia
Pedras d'el Rei
Nur zwei Kilometer westlich von Santa Lucia entstand in den letzten
Jahren die Ferienhaussiedlung Pedras d'el Rei. Bewohner dieser
Urbanisação können ihren Weg an den über 10km langen Sandstrand der Ilha
de Tavira, die direkt vor Ihrer Haustür liegt, mit einer Bahnfahrt
krönen: Nur wenige Meter sind es über die kleine Ponton-Brücke bis zum
Haltepunkt der Minibahn, die Ihre Fahrgäste für nur einen Euro pro
Person bis an den Rand der Dünen befördert - und ihnen so einen 500m
langen Fußmarsch entlang den Schienen erspart. Unsere Empfehlung: hin zu
Fuß, und nach einem Tag am Strand zurück mit der Bahn!

Inselbahn - von Pedras d'el Rei in die
Dünen
Cabanas
Östlich von Tavira an der Küste liegt, wenn Sie die E.N.125 nach
nur 4km bei Conceição in Richtung Süden verlassen, der immer noch
beschauliche Ort Cabanas. Der alte Ortskern
befindet direkt an der Kaimauer, hier gibt es ein paar Restaurants und
Kneipen. Östlich des Ortes liegt eine alte Festung aus dem 17.
Jahrhundert, heute ein Gästehaus. Von hier aus führen die Dünen der Ilha
de Cabanas an Cacela Velha vorbei bis fast nach Manta Rota. Der Strand
der Sandbank empfiehlt sich zum Baden, bei Ebbe ist ein Fußmarsch
möglich, in der Saison setzen Sie am einfachsten mit einem der
Fischerboote hinüber.
Fabrica
Acht Kilometer östlich von Tavira findet man das direkt am Meer
liegende Dorf Fabrica, wenn man kurz vor Cacela Velha Richtung Meer
abbiegt. Der Ort besteht aus der Ruine einer
Ziegelei - der Quelle der Ortsbezeichnung - und ein paar alten Fischerhäusern.
In den letzten Jahren wurde die Ortschaft neu
erschlossen, die ersten Apartments und Anlagen wurden bereits fertig gestellt. Am
Strand bekommt man gegen 1,50 Euro Überfahrten auf die Sanddüneninsel
angeboten.
Cacela Velha
Nur ein kurzes Stück weiter liegt Cacela Velha, ein wirklich kleines
Dorf mit musealem Charakter. Von hier aus hat man einen sehr schönen
Blick auf die Sandbank und die Muschelfelder der Ria Formosa. Aus dem
12. Jahrhundert blieb das Fort erhalten, welches in früheren Zeiten vor
Angriffen der Piraten schützte, die aber selbst auch lange Zeit von hier
aus für Furcht und Schrecken sorgten. Die Kirche und ein Brunnen im
Zentrum des Dorfes runden die heutige Idylle ab.
Dank der Nähe zum Naturpark der Ria
Formosa und einer Baustoppverordnung blieb Cacela Velha weitestgehend vor den
typischen Bausünden anderer Orte verschont. Besucher erleben die Natur
hier noch hautnah, vor allem der weite Strand lädt zum Bummeln ein.
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